Sa 18.04.2020
Roman-Marathon

Veranstaltung fällt aus! Bereits erstandene Tickets können zurückgegeben werden.

Preise:
Vorverkauf: 18 EUR
Abendkasse: 25 EUR
Schüler/Studenten: 10 EUR

Dana von Suffrin

In ihrem Romandebüt erzählt Dana von Suffrin von Otto, einem starrköpfigen jüdischen Familienpatriarchen, der zum Pflegefall wird. Für sein Umfeld war Otto, der pensionierte Ingenieur, schon immer eine Heimsuchung. Aber als er aus dem Krankenhaus zurückkehrt, ist alles noch viel schlimmer. Nach wie vor ist er aufbrausend, manipulativ, distanzlos und von wahnwitzigen Einfällen beseelt. Seinen erwachsenen Töchtern macht er unmissverständlich klar: Ich verlange, dass ihr für mich da seid. Und zwar immer! Es beginnt ein Jahr voller unerwarteter Herausforderungen, aber auch der Begegnung mit der eigenen Vergangenheit und Familiengeschichte. Klug, liebevoll und mit sehr viel schwarzem Humor erzählt Dana von Suffrin die Geschichte von Otto, seinen Töchtern und ihrer Familie und führt den Leser gleichzeitig in die Abgründe der Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Dana von Suffrin wurde 1985 in München geboren. Sie studierte Politikwissenschaft, Neuere und Neueste Geschichte und Komparatistik in München, Neapel und Jerusalem. Seit 2009 ist sie Museums- und Stadtführerin in München. Für ihren Debütroman erhielt sie mehrere namhafte Literaturpreise.

Bildquelle: Gerald von Foris

„Ein Mosaik der Erinnerungskultur. Ein Monument der Liebe.“
Florian Leclerc, Frankfurter Rundschau

Emanuel Maeß

Ganz in der Tradition eines Bildungsromans und romantischer Erzählungen erfährt der Leser von der geistigen Entwicklung eines jungen Mannes, der in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts in einem kleinen Dorf im Werratal aufwächst, in Meiningen ins Gymnasium geht und bei seinem Studium in Heidelberg und Cambridge für Hölderlin, Goethe, Jean Paul und Nietzsche sowie die Opern Richard Wagners schwärmt. Der Ich-Erzähler wendet sich dabei in der Du-Anrede an seine Jugendliebe Angelika, der er immer wieder über den Weg läuft, schildert in ungemein poetischer Sprache die Landschaften entlang der Werra und des Neckars oder in den Schweizer Alpen und kann sich auch einiger ironischer Seitenhiebe auf den Universitätsbetrieb nicht enthalten.
Der Roman von Emanuel Maeß stand auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis. Emanuel Maeß wurde 1977 in Jena geboren, studierte Politik und Literaturwissenschaft in Heidelberg, Wien und Oxford, erhielt 2019 den Mara-Cassens-Preis und lebt in Berlin.

Bildquelle: Anno Dittmer

„Das Wundervolle ist, dass es Maeß darauf anzulegen scheint, romantische Traditionen im 21. Jhd erneuern zu wollen, und alle Schilderungen von Landschaften mit den Empfindungen des Protagonisten verbindet.“
Wiebke Hüster, FAZ

Karen Köhler

In Karen Köhlers Romandebüt erzählt ein 16-jähriges Mädchen in einer poetischen, eigentümlichen und doch kraftvollen Sprache, wie sie als zunächst namenloses Findelkind und Außenseiterin in der archaisch-patriarchaischen Gesellschaft einer abgelegenen Insel im Mittelmeer unter den von Männern diktierten Ritualen und Gesetzen, unter Gewalt und sexuellen Übergriffen zu leiden hat, aber dann heimlich das Lesen lernt, sich verliebt und sich nach und
nach von den ihr auferlegten Zwängen befreien kann. So wie die mutige Ich-Erzählerin gegen Traditionen aufbegehrt, sprengt der ungewöhnliche Roman auch formal alle Ketten und laviert zwischen Parabel, Dystopie, Tagebuch und einem Totenlied („Miroloi“) aus 128 Strophen. Der Roman von Karen
Köhler stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises.

Karen Köhler wurde 1974 in Hamburg geboren, studierte Schauspiel in Bern und war bis 2014 an Theatern beschäftigt. Seit 2008 verfasst die mit mehreren Preisen geförderte Autorin (Hamburger Literaturförderpreis, Aspekte-Literaturpreis, Deutscher Drehbuchpreis) auchDrehbücher, Theaterstücke und Prosatexte.

Bildquelle: Christian Rothe

„Eine mitreißende Geschichte von Menschwerdung und Selbstermächtigung gegen alle Widerstände.“
Nadja Erb, Frankfurter Rundschau