Ein Programm reich an Höhepunkten – die 15. Coburger Literaturtage

In wenigen Tagen einen Einblick in die Vielfalt der aktuellen Literaturszene bieten – das war schon immer der Anspruch, dem wir Organisatoren der Coburger Literaturtage gerecht werden wollten. Wir glauben, dass uns dies auch 2018 mit der 15. Auflage von „Coburg liest!“ gelungen ist. Und die Medien sahen dies wohl auch so: „Morbide, witzig und auch lyrisch“ nannte das Coburger Tageblatt das Programm der Literaturtage, die vom 21. bis 27. April 2018 stattfanden. Eingeladen waren unter anderem der Lyriker und Georg-Büchner-Preisträger des Jahres 2017, Jan Wagner, der Sachbuch-Bestsellerautor Florian Illies sowie Franzobel, der mit seinem Roman „Das Floß der Medusa“ auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand. Auch der traditionelle Roman-Marathon sowie das Projekt „Literatur in den Häusern unserer Stadt“ des Landestheaters Coburg standen wieder auf dem Programm. Das Landestheater zählte damit erneut neben dem Coburger Literaturkreis, der Volkshochschule Coburg und der Buchhandlung Riemann zu den Veranstaltern der Literaturtage.

Den Auftakt bildet der Roman-Marathon in der Reithalle, zu dem am Samstag, den 21. April 2018 Ingrid Kaltenegger, Simon Strauß sowie Irene Diwiak erwartet wurden. „Von Todsünden und Lebensgeistern“ handelten deren Romane – so fasste es die „Neue Presse Coburg“ zusammen.
Zunächst stellte Ingrid Kaltenegger ihr Romandebüt „Das Glück ist ein Vogerl“ vor. Es handelt sich um eine charmant-verschrobene Komödie um den Gitarrenlehrer Franz, der in einer Lebenskrise steckt. Eines Tages gerät er in einen Autounfall, bei dem ein alter Mann umkommt. Dieses Unfallopfer – Egon – taucht in der Folge als Geist immer wieder auf, bis Franz ihm verspricht, ihn zu seiner Jugendliebe zu bringen, die im Koma liegt – damit Egon endlich seinen Seelenfrieden findet. Ingrid Kaltegger, in Salzburg geboren und aufgewachsen, ist Schauspielerin und Drehbuchautorin. Sie lebt in Köln.
Auf Ingrid Kaltenegger folgte Simon Strauß. Auch er, Sohn des Dramatikers Botho Strauß, stellte sein Romandebüt vor: „7 Nächte“. Darin erzählt Strauß von einem jungen Mann, der Angst davor hat, sich entscheiden zu müssen und erwachsen zu werden. Auf Empfehlung eines Bekannten will er jeden Tag einer der sieben Todsünden begegnen, damit ihm seine Gefühle nicht abhandenkommen. So wird der Roman zu einem letzten Aufbäumen im Windschatten der Jugend. Simon Strauß, 1988 in Berlin geboren, lebt in Frankfurt und ist seit 2016 Redakteur im Feuilleton der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.
Nach der Pause ging es mit Irene Diwiak weiter. Sie legte 2017 mit „Liebwies“ ihren Debütroman vor – eine, so die Kritik, „herrlich bösartige Geschichte über falschen Glanz, die Gier nach Ruhm – und wahre Schönheit, die mit alldem nichts zu tun hat“. Sie spielt in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts, ein Musikexperte verliebt sich eine junge Frau und will diese, obwohl total unbegabt, zu einem Star in der Musikszene aufbauen.
Irene Diwiak wurde 1991 in Graz geboren und hat vor „Liebwies“ bereits Hörspiele, Theaterstücke und Erzählungen veröffentlicht.
Musikalisch umrahmt wurde der Roman-Marathon von dem Blues-Gitarristen Rainer Brunn.

„Ein heiterer Freibeuter der Wortmeere“ – so das „Coburger Tageblatt“ – war der nächste Gast der Literaturtage: Am Montag, den 23. April las der Lyriker Jan Wagner bei Leise am Markt. Von Wagner, 2017 mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet, waren gerade gleich drei Bücher erschienen: der Gedichtband „Selbstporträt mit Bienenschwarm“, „Der verschlossene Raum“, ein Buch mit Essays und Vorträgen über Lyrik und – als Mitherausgeber neben Tristan Marquardt – eine Anthologie von neu übersetzten Minnesangliedern: „Unmögliche Liebe“.
Wagner gab Einblicke in seine Lyrik wie in seine Prosa – und gemeinsam mit dem Moderator Dr. Reinhard Heinritz erwies er dann auch noch dem Minnesang seine Reverenz: Heinritz sprach das mittelhochdeutsche Original, Wagner die Adaptionen moderner Lyriker.
Jan Wagner wurde 1971 in Hamburg geboren. Er ist als freier Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer tätig.
Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Kyoko Frank, Klavier, und Philipp Grzondziel, Klarinette.

Mit einem weiteren Höhepunkt wurden die Literaturtage am Dienstag, den 24. April fortgesetzt: Im Kunstverein stellte „Der hoffnungslose Kulturoptimist“ (so die „Neue Presse Coburg“) Florian Illies sein Buch „Gerade war der Himmel noch blau – Texte zur Kunst“ vor. Darin versammelte er seine zentralen Texte zu Kunst und Literatur aus 25 Jahren. Florian Illies stellte sich aber nicht allein dem Publikum. Mit ihm auf dem Podium: sein in Coburg lebender Bruder Christian, Professor für Philosophie in Bamberg. Mit ihm rangelte der Bestseller-Autor humorvoll um Kunst ebenso wie um Familiäres. „Zwei Brüder ringen um den Geist“, fasste das „Coburger Tageblatt“ zusammen. Florian Illies, geboren 1971, war Feuilletonredakteur der „FAZ“, der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ und später Mitbegründer und Herausgeber der Kunstzeitschrift »Monopol«. 2008 wechselte er zur „Zeit“ und war danach Partner des Berliner Auktionshauses „Villa Grisebach“. 2018 machte dann sein Wechsel als Verleger zu Rowohlt Schlagzeilen. Illies ist Autor der Bestseller „Generation Golf“ und „1913 – Der Sommer des Jahrhunderts“.

Am Mittwoch, den 25. April stand bei „Coburg liest!“ das „Extra“ des Landestheaters auf dem Programm, das 2018 bereits zum elften Mal geboten wurde: „Literatur in den Häusern unserer Stadt“. Coburger Bürgerinnen und Bürger öffneten wieder ihre Häuser und Wohnungen und wurden für einen Abend zu Gastgebern für Lesungen im kleinen und intimen Kreis. Diese Lesungen wurden wie gewohnt von Ensemblemitgliedern des Landestheaters bestritten.

Mit der traditionellen Autoren-Gala fanden die Coburger Literaturtage am Freitag, den 27. April ihren Abschluss im Foyer der Wohnbau Stadt Coburg. Zu Gast: Der österreichische Schriftsteller Franzobel, der seinen Roman „Das Floß der Medusa“ mitbrachte. Franzobel vermischt darin historischen Fakten vom Untergang der französischen Fregatte Medusa aus dem Jahr 1816 mit fiktiven Ereignissen und scheut dabei nicht vor der Schilderung grauenhafter Szenen zurück. Zu ihnen kommt es, nachdem das Schiff auf einer Sandbank gestrandet ist. Auf einem schnell gezimmerten Floß kommt es zu einem Überlebenskampf aller gegen alle. Die Diktion ist drastisch, aber Franzobel gelingt es, „ein derart grauenvolles Ereignis auf teilweise humoristische Weise zu schildern“, so die ´“Neue Presse Coburg“. Ihr Fazit: Franzobel präsentiere „Die Komik des Grauens“. Franzobel, geboren 1967, ist einer der populärsten österreichischen Schriftsteller. Er ist vielfach ausgezeichnet, allein für „Das Floß der Medusa“ erhielt er 2017 den Bayerischen Buchpreis und den Nicolas Born-Preis.

Ein besonderer Abend an einem für die Literaturtage neuen Ort erwartete die Literaturliebhaber, mit dem Lyriker Jan Wagner bei Leise am Markt. Von Wagner, im vergangenen Jahr mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet, sind im Herbst 2017 gleich drei Bücher erschienen: der Gedichtband „Selbstporträt mit Bienenschwarm“, „Der verschlossene Raum“, ein Buch mit Essays und Vorträgen über Lyrik und – als Mitherausgeber neben Tristan Marquardt – eine Anthologie von neu übersetzten Minnesangliedern: „Unmögliche Liebe“.

Jan Wagner wurde 1971 in Hamburg geboren. Er ist als freier Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer tätig.

Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Kyoko Frank, Klavier, und Philipp Grzondziel, Klarinette.

Zweifellos ein weiterer Höhepunkt folgte danach: Im Kunstverein stellt Florian Illies sein neues Buch „Gerade war der Himmel noch blau – Texte zur Kunst“ vor. Darin versammelt er seine zentralen Texte zu Kunst und Literatur aus 25 Jahren.

Florian Illies, geboren 1971, war Feuilletonredakteur der „FAZ“,  der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ und später Mitbegründer und Herausgeber der Kunstzeitschrift »Monopol«. 2008 wechselte er zur „Zeit“ und ist jetzt Partner des Berliner Auktionshauses „Villa Grisebach“. Illies ist Autor der Bestseller „Generation Golf“ und „1913 – Der Sommer des Jahrhunderts“.

Tags darauf stand bei „Coburg liest!“ das „Extra“ des Landestheaters auf dem Programm, das 2018 bereits zum elften Mal geboten wird: „Literatur in den Häusern unserer Stadt“. Coburger Bürgerinnen und Bürger öffnen wieder ihre Häuser und Wohnungen und werden für einen Abend zu Gastgebern für Lesungen mit Schauspielern des Landestheaters im kleinen und intimen Kreis.

Mit der traditionellen Autoren-Gala fanden die Coburger Literaturtage ihren Abschluss – an einem neuen Ort, nämlich  im Foyer der Wohnbau Stadt Coburg auf der Mauer, dem früheren Modehaus Matzer & Worsch. Der österreichische Schriftsteller Franzobel brachte seinen Roman „Das Floß der Medusa“ mit.

Franzobel vermischt darin historischen Fakten vom Untergang der französischen Fregatte Medusa aus dem Jahr 1816 mit fiktiven Ereignissen und scheut dabei nicht vor der Schilderung grauenhafter Szenen zurück. Zu ihnen kommt es, nachdem das Schiff auf einer Sandbank gestrandet ist. 147 der 400 Frauen und Männer werden wegen der nicht ausreichenden Zahl an Rettungsbooten auf ein schnell gezimmertes Floß verfrachtet, auf dem es zu einem Überlebenskampf aller gegen alle kommt.

Franzobel, geboren 1967, ist einer der populärsten österreichischen Schriftsteller. Er ist vielfach ausgezeichnet, allein für „Das Floß der Medusa“ erhielt er 2017 den Bayerischen Buchpreis  und den Nicolas Born-Preis.