Wort zum Geleit

Ein Programm reich an Höhepunkten – die 15. Coburger Literaturtage

In wenigen Tagen einen Einblick in die Vielfalt der aktuellen Literaturszene bieten – das war schon immer der Anspruch, dem wir Organisatoren der Coburger Literaturtage gerecht werden wollten.

Wir glauben, dass uns dies auch 2018 mit der 15. Auflage von „Coburg liest!“ gelingen wird. Denn unser Programm verspricht diesmal besonders viele Höhepunkte.

Den Auftakt bildet unser traditioneller Roman-Marathon in der Reithalle, zu dem wir mit Ingrid Kaltenegger, Simon Strauß und Irene Diwiak drei Autoren erwarten, die ihre jeweiligen Roman-Debüts vorstellen.

Zunächst liest Ingrid Kaltenegger aus ihrem Roman „Das Glück ist ein Vogerl“. Es handelt sich um eine charmant-verschrobene Komödie um den Gitarrenlehrer Franz, der in einer Lebenskrise steckt. Eines Tages gerät er in einen Autounfall, bei dem ein alter Mann umkommt. Dieses Unfallopfer – Egon – taucht in der Folge als Geist immer wieder auf, bis Franz ihm verspricht, ihn zu seiner Jugendliebe zu bringen, die im Koma liegt – damit Egon endlich seinen Seelenfrieden findet.

Ingrid Kaltegger, in Salzburg geboren und aufgewachsen, ist Schauspielerin und Drehbuchautorin. Sie lebt in Köln.

Auf Ingrid Kaltenegger folgt Simon Strauß. Strauß, Sohn des Dramatikers Botho Strauß, stellt den Roman „7 Nächte“ vor. Darin erzählt Strauß von einem jungen Mann, der Angst davor hat, sich entscheiden zu müssen und erwachsen zu werden. Auf Empfehlung eines Bekannten will er jeden Tag einer der sieben Todsünden begegnen, damit ihm seine Gefühle nicht abhandenkommen. So wird der Roman zu einem letzten Aufbäumen im Windschatten der Jugend.

Simon Strauß, 1988 in Berlin geboren, lebt in Frankfurt und ist seit 2016 Redakteur im Feuilleton der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Nach der Pause geht es mit Irene Diwiak weiter. Sie legte im letzten Jahr mit „Liebwies“ ihren Debütroman vor – eine, so die Kritik, „herrlich bösartige Geschichte über falschen Glanz, die Gier nach Ruhm – und wahre Schönheit, die mit alldem nichts zu tun hat“. Sie spielt in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts, ein Musikexperte verliebt sich eine junge Frau und will diese, obwohl total unbegabt, zu einem Star in der Musikszene aufbauen.

Irene Diwiak wurde 1991 in Graz geboren und hat vor „Liebwies“  bereits Hörspiele, Theaterstücke und Erzählungen veröffentlicht.

Musikalisch umrahmt wird der Roman-Marathon von dem Blues-Gitarristen Rainer Brunn.

Ein besonderer Abend an einem für die Literaturtage neuen Ort erwartet Sie, liebe Literaturliebhaber, mit dem Lyriker Jan Wagner bei Leise am Markt. Von Wagner, im vergangenen Jahr mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet, sind im Herbst 2017 gleich drei Bücher erschienen: der Gedichtband „Selbstporträt mit Bienenschwarm“, „Der verschlossene Raum“, ein Buch mit Essays und Vorträgen über Lyrik und – als Mitherausgeber neben Tristan Marquardt – eine Anthologie von neu übersetzten Minnesangliedern: „Unmögliche Liebe“.

Jan Wagner wurde 1971 in Hamburg geboren. Er ist als freier Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer tätig.

Musikalisch umrahmt wird der Abend von Kyoko Frank, Klavier, und Philipp Grzondziel, Klarinette.

Zweifellos ein weiterer Höhepunkt folgt danach: Im Kunstverein stellt Florian Illies sein neues Buch „Gerade war der Himmel noch blau – Texte zur Kunst“ vor. Darin versammelt er seine zentralen Texte zu Kunst und Literatur aus 25 Jahren.

Florian Illies, geboren 1971, war Feuilletonredakteur der „FAZ“,  der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ und später Mitbegründer und Herausgeber der Kunstzeitschrift »Monopol«. 2008 wechselte er zur „Zeit“ und ist jetzt Partner des Berliner Auktionshauses „Villa Grisebach“. Illies ist Autor der Bestseller „Generation Golf“ und „1913 – Der Sommer des Jahrhunderts“.

Tags darauf steht bei „Coburg liest!“ das „Extra“ des Landestheaters auf dem Programm, das 2018 bereits zum elften Mal geboten wird: „Literatur in den Häusern unserer Stadt“. Coburger Bürgerinnen und Bürger öffnen wieder ihre Häuser und Wohnungen und werden für einen Abend zu Gastgebern für Lesungen mit Schauspielern des Landestheaters im kleinen und intimen Kreis.

Mit der traditionellen Autoren-Gala finden die Coburger Literaturtage ihren Abschluss – an einem neuen Ort, nämlich  im Foyer der Wohnbau Stadt Coburg auf der Mauer, dem früheren Modehaus Matzer & Worsch. Der österreichische Schriftsteller Franzobel bringt seinen Roman „Das Floß der Medusa“ mit.

Franzobel vermischt darin historischen Fakten vom Untergang der französischen Fregatte Medusa aus dem Jahr 1816 mit fiktiven Ereignissen und scheut dabei nicht vor der Schilderung grauenhafter Szenen zurück. Zu ihnen kommt es, nachdem das Schiff auf einer Sandbank gestrandet ist. 147 der 400 Frauen und Männer werden wegen der nicht ausreichenden Zahl an Rettungsbooten auf ein schnell gezimmertes Floß verfrachtet, auf dem es zu einem Überlebenskampf aller gegen alle kommt.

Franzobel, geboren 1967, ist einer der populärsten österreichischen Schriftsteller. Er ist vielfach ausgezeichnet, allein für „Das Floß der Medusa“ erhielt er 2017 den Bayerischen Buchpreis  und den Nicolas Born-Preis.

Wir hoffen, in der Vielfalt unseres Angebots finden auch Sie das Passende, und wünschen allen unseren Gästen ein hohes Vergnügen mit Büchern!