Samstag 9.04., 19.00 - 22.30 Uhr, Reithalle
Eintritt VVK 15,- / AK 19,- EUR (Schüler 8,- / 12,-)Roman-Marathon ......................................................
„Eine klassische Novelle über das
Mysterium der Elternliebe.“
Jens Jessen, DIE ZEIT
Thomas Hettche Foto: © Herlinde Koelbl 
Thomas Hettche ist seit dem Abschluss des Studiums der Germanistik und der Philosophie freier Schriftsteller in Berlin. Mit Büchern wie „Inkubation“ (1992, eine Art Textpartitur) und „Nox“ (1995, Roman über den Mauerfall) schuf er sich in den 90er Jahren einen Ruf als avancierter Autor, der oft den Vorgang des Erzählens selbst zum Thema macht. Bekannt wurde seine Internet-Anthologie „Null. Literatur im Netz“. Neuere Titel sind „Der Fall Arbogast. Kriminalroman” (2001) und „Woraus wir gemacht sind“ (2006) und „Fahrtenbuch. 1992–2007“.
Nach dem Rauriser Literaturpreis und dem Robert-Walser-Preis (1990) erhielt Thomas Hettche u.a. den Ernst-Robert-Curtius-Förderpreis für Essayistik (1994); 2005 stand er auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises (2005).
Sein neuestes Werk ist die Novelle „Die Liebe der Väter“.
Sie behandelt eine fragile Vater-Tochter-Beziehung und stellt die frühpubertäre
Krise eines Mädchens dar. Dabei treten auch die psychischen Spannungen
bei der erwachsenen Hauptfigur zu Tage, die sich am Ende in einer allzu
rabiaten Handlung entladen. Mit dieser Handlung, die um Neujahr auf Sylt
spielt, ist auch das Thema des Sorgerechts verwoben, das in jüngster
Zeit in der Öffentlichkeit intensiv diskutiert wurde.
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„Eine Provokation, ein
literarisches Ereignis.“
Ulrich Greiner, DIE ZEIT
Peter Wawerzinek Foto: © Susanne Schleyer

Peter Wawerzinek, freier Schriftsteller in Berlin, ist als Heimkind und als Adoptivkind an der Ostseeküste aufgewachsen. Nach dem Abschluss einer Textillehre verdiente er seinen Lebensunterhalt in verschiedenen Berufen und begann zu schreiben. Musikalische Performances führten ihn 1988-1990 durch die DDR, bis er freier Schriftsteller wurde und sich in Berlin niederließ. Zuerst trat er mit gekonnten Parodien zur DDR-Literatur hervor; dann folgten mehrere Romane bzw. erzählende Prosa („Nix“, 1990; „Das Kind das ich war“, 1994; „Mein Babylon“, 1995; „Café Komplott, 1998; „Das Meer an sich ist weniger”, 2000; „Sperrzone reines Deutschland. Szenen einer Sommerreise”, 2001). Hinzu kommen Hörspiele, Essays sowie drei Künstlerbücher.
Der Autor erhielt u.a. den Kritikerpreis (1991), den Hörspielpreis der Akademie der Künste Berlin (1993) sowie verschiedene Stipendien.
Für Peter Wawerzinek ist stets die Erinnerung „Antrieb des
Schreibens“ (Andreas Erb). Dies gilt am allermeisten für seinen
jüngsten, autobiographischen Roman „Rabenliebe“,
mit dem er 2010 den Ingeborg-Bachmann-Preis errang. Es ist die dramatische
Erzählung der inneren und äußeren Annäherung an die
Mutter, die ihn bei ihrer Flucht in den Westen zurückgelassen hat.
„Das ganze Buch ist ein wahrhaft kindlicher, ein vergeblicher Schrei
nach der Mutter, und der ist latent skandalös.“
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„Wie viel Reibung der Welten
halten wir aus?“
Felicitas von Lovenberg,
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Thomas Lehr Foto: © Peter-Andreas Hassiepen

Berufswahl fiel bereits nach vier Jahren Biochemie-Studium. Als EDV-Fachmann an der FU beschäftigt, arbeitete er an seinen ersten Romanen: „Zweiwasser oder Die Bibliothek der Gnade“ (1993) und „Die Erhörung“ (1995). Sie brachten dem Autor einige Auszeichnungen ein (z.B. den Rauriser Literaturpreis). 1999 folgte der Roman „Nabokovs Katze“, zwei Jahre später die Novelle „Frühling“, 2005 der „42. Roman“. Lehr bevorzugt ambitionierte Themen und experimentelle Erzähltechniken. Er wurde u.a. mit dem Wolfgang-Koeppen-Preis (2000) und dem Deutschen Buchpreis (2005) geehrt.
Sein letztes Buch „September. Fata Morgana“ (2010) gilt als sein bisher anspruchsvollstes Werk. Es dreht sich um „9/11“ und schildert anhand zweier Männer und ihrer Töchter den politisch-kulturellen Ost-West-Konflikt. Hauptperson ist ein deutscher Literaturwissenschaftler, der seine Frau und seine Tochter beim Einsturz des World Trade Centers verliert. Als Kontrastfigur fungiert ein Iraker, dessen Tochter drei Jahre später bei einem Attentat in Bagdad ums Leben kommt. Lehr erzählt in der Form des doppelten inneren Monologs und spielt auf Dichter an, die das Orient-Okzident-Thema verarbeitet haben (wie Goethe oder Rückert). Seine Schreibweise „ohne Punkt und Komma“ (Jens Jessen, DIE ZEIT) hat einige Irritationen hervorgerufen.
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Musikalische Umrahmung: Diana Zohrabyan, Violine und Klavier, Philipp Grzondziel, Klarinette

